Maßhaltige Vorlagen für Technik und Design

Der Schablonen-Generator von Schooltools in Kooperation der Firma Winkler und TheCoolTool verbindet digitale Planung mit praktischem Arbeiten im Werkraum. Auf einer maßhaltigen A4- oder A3-Fläche lassen sich Formen, Konturen, Bohrpunkte, Texte und technische Markierungen zu einer eigenen 1:1-Vorlage zusammenstellen. Die fertige Schablone kann anschließend ausgedruckt, auf das gewünschte Material übertragen und direkt für die weitere Bearbeitung verwendet werden. Das Tool läuft im Browser, benötigt keine Anmeldung und ist bewusst so angelegt, dass aus einer digitalen Planung ein reales Werkstück entstehen kann.
Von der Idee zur fertigen Schablone
Ausgangspunkt ist ein digitales Blatt, auf dem einfache geometrische Grundformen wie Rechteck, Quadrat, Dreieck oder Kreis eingefügt werden können. Dazu kommen eigene Bohrlöcher mit markiertem Mittelpunkt sowie Textfelder. Alle Elemente lassen sich direkt auf der Arbeitsfläche verschieben, skalieren und drehen. Position und Größe können zusätzlich exakt in Millimetern eingestellt werden. Dadurch eignet sich der Generator nicht nur zum freien Gestalten, sondern auch für Aufgaben, bei denen Maße und Abstände eine wichtige Rolle spielen.
Mehrere Objekte können zudem gemeinsam ausgewählt und zu einer Gruppe zusammengefasst werden. Eine solche Gruppe lässt sich anschließend wie ein einzelnes Objekt verschieben, drehen oder skalieren. Das erleichtert insbesondere die Arbeit an zusammengesetzten Werkstücken, beispielsweise wenn eine Grundplatte gemeinsam mit mehreren Bohrpunkten oder Konturelementen verändert werden soll. Kopieren und Einfügen ist ebenfalls möglich, sodass wiederkehrende Elemente rasch vervielfältigt werden können.

Umriss-Galerie mit vorbereiteten Motiven
Zusätzlich kann auf eine integrierte Umriss-Galerie zurückgegriffen werden. Dort stehen vorbereitete Konturen zur Verfügung, die direkt auf das Blatt übernommen und anschließend in Größe und Strichstärke verändert werden können. Neben einfachen Formen und Motiven umfasst die Galerie zusätzliche Werkvorlagen aus verschiedenen Bereichen.
Ein Teil der Galerievorlagen wird mit freundlicher Unterstützung von TheCoolTool bereitgestellt. Die Formen sind als klare Konturen angelegt und eignen sich damit beispielsweise für Laubsäge-, Dekupiersäge- oder andere Werkaufgaben.

Auch eigene Formen können eingebunden werden. Das Tool akzeptiert PNG-, JPG-, WebP- und SVG-Dateien. Besonders geeignet sind klare Linienzeichnungen und Umrisse. Einfache SVG-Dateien lassen sich als echte Vektorformen einfügen; bei geeigneten SVG-Konturen kann anschließend sogar die Strichstärke im Tool verändert werden. Schooltools hat dazu passend auf einige kostenlose SVG-Sammlungen verlinkt.
Maßhaltig arbeiten
Ein wesentlicher Unterschied zu gewöhnlichen Zeichenprogrammen liegt im konsequenten Bezug auf reale Maße. Die Arbeitsfläche entspricht einem A4- oder A3-Blatt, Größen und Positionen werden in Millimetern angegeben. Ein einblendbares Millimeterraster unterstützt das Ausrichten der Elemente. Zusätzlich kann ein Rasterfang von 1, 5 oder 10 Millimetern aktiviert werden. Lineale am oberen und unteren Blattrand erleichtern die Orientierung.
Für geometrische Formen können Maße direkt eingegeben werden. So lässt sich beispielsweise ein Rechteck auf eine bestimmte Breite und Höhe bringen oder ein Bohrloch mit exakt definiertem Durchmesser platzieren. Bemaßungen machen wichtige Abstände unmittelbar sichtbar. Der Zoom verändert dabei lediglich die Bildschirmansicht – nicht die tatsächlichen Maße der Vorlage. Damit kann auch bei stark vergrößerter Darstellung präzise gearbeitet werden.
Gerade im Unterricht eröffnet das interessante Möglichkeiten: Schülerinnen und Schüler müssen nicht nur entscheiden, wie ein Werkstück aussehen soll, sondern auch, wie groß einzelne Teile sein sollen, wie weit Bohrpunkte voneinander entfernt liegen oder ob eine geplante Form überhaupt auf das vorhandene Material passt. Digitale Gestaltung wird dadurch mit Messen, räumlichem Denken und konstruktivem Planen verbunden.
Vom Ausdruck zum Werkstück
Die fertige Vorlage ist ausdrücklich als 1:1-Schablone gedacht. Sie kann ausgedruckt und anschließend auf Holz oder Karton aber auch Metall, Plexiglas, Kunststoffplatten oder Hartschaum übertragen werden. Je nach Werkstoff kann die Kontur nachgezeichnet, durchgepaust, direkt aufgeklebt oder über Bohrpunkte markiert werden. Für Bohrungen können Mittelpunkte beispielsweise mit Ahle oder Körner durch das Papier auf den Werkstoff übertragen werden. Alternativ kann eine Vorlage zunächst auf Karton aufgeklebt und als wiederverwendbare Schablone ausgeschnitten werden.
Besonders naheliegend ist die Verwendung von leicht zu bearbeitenden Pappelsperrholz (beispielsweise von der Firma Winkler), wie es etwa im Werkunterricht häufig für Sägearbeiten eingesetzt wird. Auch eine Weiterverarbeitung mit Systemen wie UNIMAT bietet sich für entsprechende Werkaufgaben an. Im Tool selbst werden dazu sowohl Winkler Schulbedarf als auch TheCoolTool als unterstützende Partner angeführt.
Drucken, SVG und bearbeitbare Dateien
Die Vorlage kann direkt über die Druckfunktion ausgegeben oder als PDF gespeichert werden. Darüber hinaus stehen mehrere Exportmöglichkeiten zur Verfügung. Ein normaler SVG-Export übernimmt die gestaltete Vorlage als Vektordatei. Zusätzlich gibt es einen eigenen SVG-Export für CNC, bei dem Hilfselemente wie Lineale, Maße und Hinweise entfernt werden und nur die eigentlichen Werkstückobjekte ausgegeben werden.
Für die Weiterarbeit kann außerdem eine JSON-Datei gespeichert werden. Diese enthält die bearbeitbare Vorlage und lässt sich später wieder in den Schablonen-Generator laden. Damit können Entwürfe vorbereitet, weitergegeben oder zu einem späteren Zeitpunkt erneut verändert werden.
Mehrere temporäre Seiten ermöglichen es zudem, während einer Arbeit verschiedene Varianten oder mehrere Werkteile parallel anzulegen. So können etwa Vorder- und Rückseite, verschiedene Bauteile oder mehrere Entwürfe innerhalb einer Arbeitssitzung vorbereitet werden.
Mehr als ein digitales Zeichenprogramm
Didaktisch interessant ist vor allem der Übergang zwischen Entwerfen, Planen und Herstellen. Eine digitale Zeichnung bleibt nicht am Bildschirm, sondern wird zur konkreten Arbeitsgrundlage für ein reales Produkt. Schülerinnen und Schüler setzen Maße, überprüfen Proportionen, verändern Entwürfe und erleben anschließend unmittelbar, welche Auswirkungen ihre Planungsentscheidungen bei der praktischen Umsetzung haben.
Das Tool adressiert damit Kompetenzen wie das Planen und Verändern von Formen, den bewussten Umgang mit Maßen und Abständen, das Setzen von Bohrpunkten und technischen Markierungen sowie die Vorbereitung von Werkstücken für unterschiedliche Bearbeitungsverfahren. Zugleich wird zwischen digitaler Planung, Ausdruck und handwerklicher Umsetzung gewechselt.
Der zentrale Fachbezug liegt bei Technik und Design. Gleichzeitig ergeben sich aber auch zahlreiche Verbindungen zur Mathematik und Geometrie, etwa beim Messen, bei geometrischen Formen, Lagebeziehungen und Maßvorstellungen. Auch Digitale Grundbildung wird adressiert, wenn digitale Werkzeuge gezielt für Planung, Gestaltung, Speicherung und Weitergabe eigener Entwürfe eingesetzt werden.
Ideen für den Unterricht
Der Schablonen-Generator kann sowohl von Lehrpersonen zur Vorbereitung als auch direkt von Schülerinnen und Schülern verwendet werden. Denkbar sind beispielsweise einfache Namensschilder, Schlüsselanhänger, Spielfiguren, Fahrzeugformen, Dekorationen, technische Grundplatten oder kleine Konstruktionen mit mehreren Bohrungen. Auch offene Aufgaben bieten sich an: Ein Werkstück muss beispielsweise innerhalb vorgegebener Außenmaße geplant werden, bestimmte Bohrabstände einhalten oder aus mehreren geometrischen Grundformen entwickelt werden.
Spannend kann auch der Vergleich verschiedener Entwürfe sein. Lernende erstellen zunächst mehrere Varianten, überprüfen Maße und Proportionen und entscheiden anschließend begründet, welche Version sie umsetzen. Auf diese Weise wird die Schablone selbst zum Teil des Planungs- und Reflexionsprozesses und nicht lediglich zu einer Vorlage, die von der Lehrperson vorgegeben wird.
Für jüngere Lernende können vorbereitete Galerieformen den Einstieg erleichtern. Fortgeschrittene können dagegen eigene SVG-Konturen gestalten oder komplexere Werkstücke aus mehreren Elementen konstruieren. Dadurch lässt sich der Grad der Offenheit gut an Lerngruppe und Aufgabenstellung anpassen.



