
Digitale Medien gehören selbstverständlich zu Studium, Beruf und Freizeit. Sie erleichtern vieles, können aber auch zu häufigen Unterbrechungen, Informationsüberlastung, ständiger Erreichbarkeit oder dem Gefühl führen, mehrere Dinge gleichzeitig erledigen zu müssen.
Digital Balance bedeutet dabei nicht, digitale Medien möglichst wenig zu nutzen. Entscheidend ist vielmehr, den eigenen Umgang bewusst zu gestalten und herauszufinden, welche digitalen Routinen unterstützen – und welche unnötig Aufmerksamkeit oder Energie kosten.
Was belastet mich digital?
Typische Belastungen können ganz unterschiedlich aussehen:
- häufige Benachrichtigungen und Unterbrechungen
- ständiges Wechseln zwischen Aufgaben, Apps und Fenstern
- Informationsflut und zu viele offene Tabs
- das Gefühl, jederzeit erreichbar sein zu müssen
- automatisches oder sehr häufiges Smartphone-Checken
- Schwierigkeiten, nach Arbeit oder Studium digital abzuschalten
- zu viele Tools, Plattformen oder technische Anforderungen
Ein kurzer Selbstcheck zum Technostress kann helfen, die eigenen Belastungen besser einzuordnen und bewusst wahrzunehmen.
Fokus statt Multitasking
Viele digitale Tätigkeiten laufen nicht wirklich gleichzeitig ab. Stattdessen wechseln wir häufig sehr schnell zwischen unterschiedlichen Aufgaben. Dieses sogenannte Task Switching kann zusätzliche Zeit und Aufmerksamkeit beanspruchen.
Ein einfaches Mini-Experiment mit Stift und Papier macht diesen Effekt sichtbar:
Runde 1:
Erst die Zahlen rückwärts von 26 bis 1 in einer Zeile aufschreiben,
danach in der nächsten Zeile das Alphabet von Z bis A rückwärts aufschreiben.
und dabei die benötigte Zeit stoppen. Beide Reihen müssen vollständig sein!
Runde 2:
Auf einem neuen Blatt die Zahlen-Buchstabenkombinationen 26Z – 25Y – 24X bis 1A aufschreiben. Die benötigte Zeit stoppen und danach den Unterschied zur ersten Runde vergleichen. So können Zeit, Fehler und das eigene Belastungsempfinden verglichen werden.
Für jüngere Lernende kann auch eine vereinfachte Form genutzt werden:
Runde 1:
1 bis 20 aufschreiben, anschließend A bis T.
Runde 2:
abwechselnd schreiben: 1 – A – 2 – B – 3 – C …
Vom Erkennen zum Verändern
Zu wissen, was belastet, ist nur der erste Schritt. Oft helfen bereits kleine Veränderungen im digitalen Alltag, zum Beispiel:
- unnötige Benachrichtigungen ausschalten
- Fokus- oder Nicht-stören-Modi nutzen
- Nachrichten zu bestimmten Zeiten prüfen
- weniger Aufgaben gleichzeitig bearbeiten
- offene Tabs und Fenster reduzieren
- feste Offline-Zeiten einplanen
- digitale Arbeits- und Freizeitbereiche klarer trennen
Wichtig ist dabei nicht, möglichst viel auf einmal zu verändern. Sinnvoller ist es, einen konkreten Bereich auszuwählen und eine kleine Maßnahme bewusst auszuprobieren.
Toolsammlung
Unterschiedliche Tools und Webanwendungen können bei einem resilienten Umgang mit digitalen Medien unterstützen.
Weitere Tools und Webressourcen sind unter dem Schlagwort “Entspannung” zu finden.
Entspannungsmusik
Musik zum Entspannen, Meditieren und als Lernunterstützung bietet das Live-Radio von Schooltools unter der Kategorie “Entspannung“.
Digital Balance
Das Webtool Digital Balance unterstützt dabei, einen persönlichen Veränderungsbereich auszuwählen, eine typische Situation zu beschreiben und daraus einen konkreten nächsten Schritt abzuleiten.
Am Ende entsteht ein persönlicher Digital-Balance-Plan, der als Mitnehm-Karte gespeichert werden kann.
















