2 Minuten nichts tun

Do Nothing for 2 Minutes verfolgt ein denkbar einfaches Prinzip: zwei Minuten lang nichts tun. Nach dem Start läuft ein Countdown, begleitet von Meeresrauschen und einer ruhigen Darstellung. Maus und Tastatur sollen in dieser Zeit nicht benutzt werden – erfolgt doch eine Interaktion, beginnt die Zeit wieder von vorne. Neben 2 Minuten sind auch 5, 10 und 15 Minuten möglich. Ein Vollbildmodus unterstützt dabei, Ablenkungen möglichst auszublenden. Optional steht auch eine Atemhilfe bereit.
Statt noch mehr Information, Aufgaben oder Interaktion anzubieten, fordert das Webtool dazu auf, den digitalen Aktivitätsmodus bewusst zu unterbrechen. Das zugrunde liegende Konzept stammt bereits aus 2011 von Alex Tew als Reaktion auf Informationsüberflutung und die Gewohnheit, ständig E-Mails, soziale Netzwerke oder andere digitale Angebote zu überprüfen. Das Projekt wurde damals innerhalb kurzer Zeit international bekannt und war später ein Ausgangspunkt für die Entwicklung von Calm.
Im Bildungskontext lässt sich Do Nothing for 2 Minutes beispielsweise als kurze Übergangsphase nach einer intensiven Arbeitssequenz, vor einer Konzentrationsaufgabe oder nach längerer Bildschirmarbeit einsetzen. Interessant ist dabei auch die anschließende Reflexion:
- Wie schwer war es, zwei Minuten nichts anzuklicken?
- Wann entstand der Impuls, Maus oder Tastatur zu benutzen?
- Wie oft wechseln wir sonst zwischen verschiedenen digitalen Reizen?
Damit wird aus einer einfachen Ruhepause zugleich ein kleiner Ausgangspunkt für Gespräche über Aufmerksamkeit, Mediengewohnheiten und bewusste Mediennutzung.
Auch in Seminaren oder Fortbildungen kann das Tool als Mini-Experiment eingesetzt werden. Die zwei Minuten werden zunächst tatsächlich ausprobiert und danach mit Erfahrungen aus dem digitalen Alltag verbunden, etwa mit Benachrichtigungen, Task Switching oder dem reflexhaften Griff zum Smartphone. Gerade weil das Angebot keinerlei komplexe Funktionen besitzt, wird seine zentrale Botschaft unmittelbar erfahrbar: Manchmal besteht sinnvoller Medieneinsatz auch darin, digitale Aktivität für einen Moment bewusst zu unterbrechen.




